Ali As zeigt sich so persönlich wie nie: Dior Don ist ein Produkt der Schäden aus seiner Kindheit!

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In drei Wochen beginnt endlich die große Promophase zu Ali As’ kommendem Album. Wer sich in den vergangenen Wochen die Insta-Stories des Dior Don reingezogen hat, wird aber das Gefühl nicht los, dass er sich schon jetzt mitten in seiner Promophase befinden muss. Seine Supporter schicken ihm eine Nachricht nach der anderen, in der sie ankündigen, sich safe eine seiner “Bromigo”-Boxen zu gönnen. In vielen Messages ist sogar die Rede von mehreren Boxen: Der ein oder andere Ehrenmigo sichert Ali zu, sich sogar zwei bis drei Boxen gönnen zu werden. Dabei gibt es diese Box noch nicht mal irgendwo zu kaufen! Aber die Leute sind schon jetzt richtig hyped auf sein kommendes Album und eben die dazugehörige Deluxe Box. Denn der Münchner macht es etwas anders als die meisten seiner Rap-Kollegen: Bei Ali As gibt es nicht einfach nur die Promophase, sondern die Promophase zur Promophase.

Pre-Promophase quasi und die Bromigo Season wurde vor ein paar Wochen offiziell eingeläutet. Seitdem scheint es in Ali As’ Insta-Storys und DMs auch kein anderes Thema zu geben als diese Box. Jeden Tag liest man gefühlt nur darüber. Dabei kennen wir bisher noch nicht mal den Titel seines kommenden Werks. Und auch was Releases aus seiner kommenden Platte angeht, lässt Ali uns weiterhin warten. Hin und wieder gönnt er eine kleine Hörprobe, aber was den Rest angeht, hält er sich noch extrem bedeckt. Dass die Leute ohne die dazugehörigen Singles und trotz der Tatsache, dass der Dior Don noch keinen einzigen seiner Boxinhalte enthüllt hat, so hart auf Alis kommendes Release abgehen, liegt sicherlich auch daran, dass wir seit 2017 kein Solo-Album mehr von ihm bekommen haben. In diesem Jahr droppte er “Insomnia”, seitdem fragen viele Fans sich ungeduldig: Wann bekommen wir endlich wieder Wortspiele vom Feinsten, die witzig aber gleichzeitig auch intelligent sind? Und wo man sich jedes Mal fragt: Wie kommt der auf sowas?!

Ali As mit emotionalem Statement

Bisher gehören zu Ali As’ Pre-Promophase vor allem die große Nachfrage seiner Supporter für die “Bromigo”-Box, Memes, spontane Punchlines, Fotos und Videos von Hausmannskost, Twitter-Posts (Ali hat sein Twitter-Account endlich wieder!), Tanzeinlagen auf TikTok und sein Hund. Aber jetzt hat er sich mit einem langen Statement in seiner Insta-Story zu Wort gemeldet, in dem er sehr persönlich wird und tief in seine Seele blicken lässt. Er beginnt es damit, dass er möchte, dass Leute seine Beweggründe verstehen. Im ersten Teil geht Ali As auf seine Rolle als Ghostwriter ein und rechnet mit dem ein oder anderen Rapper ab, mit dem er in der Vergangenheit schon zusammen gearbeitet hat. Und er habe schon für wirklich sehr viele Künstler Texte geschrieben. Einige von diesen Künstlern hatten Ali As zufolge eine Vision und viele eigene Ideen, konnten diese aber einfach nicht auf Papier bringen und in Worten ausdrücken. Das sei okay und er habe kein Problem damit, für solche Leute zu schreiben und mit ihnen zu arbeiten, denn diese Leute würden Rap leben und konnten das Erlebte einfach nicht so in einen Text fassen, dass es rüberkommt. Aber die meisten seien nicht so. Der Großteil der Leute habe einfach keine Ahnung von irgendwas und könne auch nichts. Es seien Leute, die einfach nur 1:1 von anderen Songs biten wollen um abzukassieren. Sie würden ins Studio zu den Sessions kommen und einfach nur dasitzen und auf ihr Handy starren und kein Finger krümmen. Hauptsache sie haben ein Song, in dem sie bspw. über teure Marken oder Autos rappen und Hauptsache sie kassieren am Ende damit ab. Ali As bezeichnet es als “oberflächliche Huldigung von Dingen, die sich jeder kaufen kann, wenn er nur genug Geld hat”.

Ali As hingegen gebe nichts auf “glattgebügelte Catchphrases, die am Clipboard entstanden sind”. Er habe im Gegensatz zu vielen anderen Rappern gar keine Marketingstrategie und sage und tue sowieso nur das, was er denkt oder worauf er Bock hat. Und im Gegensatz zu vielen anderen Rappern verarsche er seine Fans auch nicht. Das zeige sich daran, dass er sich immer Zeit für Fotos mit seinen Supportern nimmt, egal wie verschwitzt er oder diese nach einem Konzert seien. Er antworte immer auf ellenlange Nachrichten seiner Fans und versuche ihnen auch zu helfen, wenn sie Probleme haben oder grade eine schwierige Phase durchleben. Dabei geht Ali As auch auf Vorwürfe ein, mit denen er immer wieder konfrontiert wird. So heißt es oft, dass er ja gar nicht Straße sei. Der Dior Don stellt klar: Er ist auch nicht Straße! Vielmehr sei er der Untergrund, auf dem alles basiert. Hier spielt er wohl darauf an, dass er seit sehr vielen Jahren am Start ist und so mancher Newcomer nach nur paar Songs Hype des Grauens bekommt. Gleichzeitig geht er auf ein paar Erfahrungen in seinem Leben ein, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist:

Komplexe

So gesteht Ali As, dass es Zeiten in seinem Leben gab, in denen ihn nicht mal seine eigenen Freunde ernstgenommen haben. Diese konnten seinen Traum Rapper zu werden nicht verstehen und manche sollen ihm sogar den Rücken gekehrt haben, weil sie seine Träume wohl belächelt haben und dachten er spinnt nur rum. Darüber hinaus geht Ali As auch darauf ein, dass Leute ihm immer wieder vorwerfen, er sei doch so arrogant und oberflächlich, weil er sich öfter mit Designerklamotten, schicken Autos und Uhren zeigt. Was dieses Thema angeht, lässt Ali As in seinem Statement sehr tief blicken. Er schiebt sein Faible für Materialismus auf seelische Schäden, die sein Selbstwertgefühl über Jahre gefickt haben sollen. Er habe bspw. schon oft hören müssen, dass er doch nur Dreck sei. Aber eigentlich sei er genau das Gegenteil von dem, als was Leute ihn verteufeln wollen. 2013 habe er nicht mal Para fürs Kino gehabt. Jetzt hat er Para und kann sich vieles von dem, was sein Herz begehrt, auch leisten. Und obwohl er immer wieder in Designerteilen zu sehen ist, halte er sich von Menschen fern, die zu eitel sind oder zu viel Wert auf Fashion legen. Das sei “unangenehm belastend” in seinen Augen. Er selbst lege nur so viel Wert auf sein Äußeres, weil er seit seiner Kindheit einen Komplex habe: Seine Familie und er haben nie viel Geld gehabt, aber er sei in der bonzigsten Gegend in München zur Schule gegangen. Und Dior Don sei einfach ein Produkt des Schadens, der dadurch entstanden ist. Aber am allerliebsten trage er ein und dieselbe Trainingsshorts, Plain Shirts und Schlappen für mehrere Wochen. Er hasse es auch, wenn Leute sich nur über das definieren, was sie besitzen und haben. Er definiere sich lieber über das was er ist.

Ali As will hier wohl darauf hinaus, dass er wie viele andere von uns durch seine Erfahrungen im Leben irgendwie auch einen Schaden hat (wer nicht?!) und sich das natürlich auch am Tragen und Flexen mit teuren Designerteilen zeigt, aber er dennoch reflektiert genug ist, zu wissen, warum er so handelt und dass er weit mehr ist als die Amiri-Jeans, die er grade rockt. Teure Klamotten und Bling Bling sieht er deshalb gleichzeitig auch stellvertretend für seine Überlegenheit auf der musikalischen Ebene. Zu guter letzt gesteht er noch, dass auch er in den letzten Jahren ein paar falsche Moves und Fehler gemacht habe, aber es sei nie zu spät, sich selbst zu ändern. Ali As meinte zwar auch, dass die Rap-Portale doch bitte keine News aus diesem Statement machen sollen, aber uns war es wichtig, einen Artikel dazu zu bringen, weil wir Ali As zum einen noch nie so verwundbar und persönlich erlebt haben. Und zum anderen weil wir es einfach schön und erfrischend fanden, dass eine Rap-Größe auch mal die Dämonen und Schäden in sich selber so offen thematisiert. Wir freuen uns auf das Album und die richtige Promophase! Hier seht ihr es:

Alle Fotos: instagram.com/ali2as

Das Titelbild von Ali As wurde von Philipp Gladsome geschossen.

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