Dú Maroc über Newcomer: “Die nehmen sich ‘ne Frechheit raus manchmal!”

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Schon 2018 bekam die “Azzlackz”-Clique Zuwachs von einem alten Brudi: Dú Maroc. Schon vor zwei Jahren verkündete Baba Haft es via Insta: Der Frankfurter Rapper ist von nun an offiziell Teil der “Azzlackz”-Familie. Auch davor hatte man Dú schon öfter an der Seite von Haft gesehen und es gab auch gemeinsame Songs der beiden. Mit “Mocro” releaste Dú im selben Jahr nach längerer musikalischer Pause ein Album, auf dem auch Label-Oberhaupt Hafti zu hören war. Nach dem Album ist es dann erneut etwas ruhiger um Dú geworden und es gab erstmal keine neue Mucke. Bis dieses Jahr! Denn seit paar Wochen greift der 34-Jährige richtig an. Flizzy hatte vor Monaten schon bekannt gegeben, dass er, Haft und Dú zusammen ein Song aufgenommen haben. Im selben Atemzug meinte er, dass die Leute gar keine Ahnung haben, wie Dú Maroc in die Szene reinplatzen und alles zersägen wird. Auf dem gemeinsamen Track sei es vor allem auch sein Part, von dem Fler begeistert sei. Vor ca. einem Monat droppte Dú dann “Druck”, die erste Single zu seinem kommenden Album “Cortado”, welches wie es aussieht am 13. März droppen wird. Am vergangenen Freitag lieferte er uns außerdem “Haschmillionär”. Da das Frankfurter Urgestein sich grad mitten in seiner Promophase befindet, gibt es momentan auch mehrere neue Interviews mit ihm. Vor einer Woche hat das “Azzlackz”-Member sich mit Roozy Baby getroffen, um über sein kommendes Album, das Signing bei Haft und seine Heimat Frankfurt zu sprechen. Mit seinen 34 Jahren ist Dú Maroc schon lange ein wichtiger Teil der deutschen HipHop-Szene und kann auf jede Menge Erfahrungen und komplett andere Zeiten als heute zurückblicken. Er ist in einer anderen Zeit und Ära (auch in Bezug auf Rap!) groß geworden.

Dú Maroc spricht über Newcomer

Während ihrem Talk kommen er und Rooz auch auf eine Entwicklung zu sprechen, die man momentan sehr oft beobachten kann: Mittlerweile scheint fast jeder Rapper werden zu wollen und kann dank Insta, TikTok und Co. auch locker easy paar Handyvideos rausballern und seine Skills mit der ganzen Welt teilen. Hinzu kommt, dass auch Streaming-Plattformen wie Spotify und Co. Albenverkäufe zum Großteil ersetzt haben. Dadurch und natürlich auch weil Rap grad Hype des Grauens hat, stehen immer mehr Newcomer in den Startlöchern, die auch das Rap-Game erobern wollen. Rooz und Dú Maroc sprechen deshalb auch darüber, wie schnell Newcomer heutzutage ein Deal und ihren Vorschuss bekommen und dass die Zeiten sich im Gegensatz zu früher komplett geändert haben. Dabei scheinen beide vor allem zwei Dinge zu kritisieren: dass grad jungen Newcomern oftmals die nötige Erfahrung fehlt und man ihnen deshalb manchmal ihre Texte nicht so ganz abkauft. Und dass es auch die Psyche von jungen Leuten zerstört, in einem so jungen Alter an so viel Geld und Fame zu kommen. Die meisten können damit nicht umgehen, so die beiden. Rooz meint z.B. auch, dass einige Newcomer, die jetzt am Start sind, so jung sind, dass er sich denkt: “Was wollen die nach dem 2. Album noch erzählen?” Es fehle zusätzlich einfach auch die Lebenserfahrung. Dú Maroc sagt in diesem Zusammenhang:

“Was erzählst du mir, Alter? Bruder, du bist 14 Jahre alt. Zum Beispiel: Wenn ein Haft rappt oder ein Farid, die haben was zu erzählen Bruder, du hörst gerne mal rein. Weißt du was ich mein, Bruder? Cool auf jeden Fall, aber die [Newcomer] nehmen sich ‘ne Frechheit raus manchmal. Einer kriegt zehn Mille Vorschuss Bruder, du siehst ihn am nächsten Tag mit Rolex und Daimler Auto. Das ist nicht mehr… Hätte ich nie gemacht! Ich hatte immer Geld. Bruder, ich will jetzt hier nicht sagen, ich bin Multimillionär oder irgendwas. Was ich dir sagen will, Bruderherz: Man hat bisschen was verdient! Man hat Geld geschätzt, weil du hattest Paranoia, Angst, Polizei. Und wenn du was hattest, wolltest du nicht den Leuten das zeigen. Also wir waren nie… Das Geld kommt jetzt zu schnell. Von null auf 100. Der eine hat noch nie fünf Euro verdient, auf einmal kriegt der 500 Riesen, Bruder,. Was macht er? Er betäubt sich Bruder.

Und auch wenn die Vorschüsse drinne sind, wie soll ich sagen Alter… Jeder Rapper hat seine eigene Präsentation, weißt du was ich meine? Zum Beispiel bei Farid, tamam der rappt, der macht gut, es passt. Aber dann gibt’s Leute, Digga, was machst du denn Alter? Komm doch über deine Musik. Ich red von den neuen, die kein Input haben und die wollen direkt mit Macht Rolex. Die Leute hatten nach erste Signing Unterschrift direkt Gucci Schuhe an. Es geht einfach darum: Das Produkt was man bringt, dass es echt ist Bruder. Weißt du, manchmal wenn ich hier sitze, kommts mir so vor als ob ich so ‘n Soldat wäre und sag ‘ey ich bin jetzt krass ich bin der krasseste.’ Ihr dürft das nicht falsch verstehen. Wenn ich sag real, ist einfach nur die Art und Weise wie man sich gibt, wie man mit den Leuten ist. Man hat jetzt die ganze Szene kennengelernt. (…) Mein Problem in der Vergangenheit: Ich geb immer zu viel Herz. (…) Digga, wir sind damals gechartet vor zehn Jahren red ich, ja fast ein Jahrzehnt Bruder, wie schwer war das? Ein Bushido, ein Sido. Zwei bis drei Leute, die in den Charts waren. Bruder ich bin damals gechartet ohne Spotify, ohne nix. Bruder ich will dir sagen, wir sind echt Alter.”

Dú Maroc gegenüber “HIPHOP.de”

Dú Maroc erzählt in dem Gespräch übrigens auch, dass er ein richtig krasses Feature am Start hat, aber es sei noch nicht sicher, ob es am Ende auch wirklich zustande kommt. Aber er sei dran und will noch nicht verraten, um wen genau es sich handelt. Aber er und auch Rooz sagen, dass es ein richtig großer und krasser Künstler ist, weil Rooz weiß anscheinend auch, um wen es geht. Hier könnt ihr euch das komplette Interview gönnen:

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