Komplette Eskalation: Manuellsen & Co. machen NRW & Frankfurt zu für Fler – Fler entschuldigt sich & ändert seinen Song!

Spätestens wenn Manuellsen eine Stadt für ein Rapper zumacht, weiß man, dass die Lage jetzt ernst ist. Es ist nicht das erste Mal, dass Manuellsen NRW-Verbot erteilt. Jeder Rap-Fan unter uns kennt die legendäre Story vom König im Schatten: In einem Interview mit “HIPHOP.de” erzählte Manuell schon vor Jahren von seiner Begegnung mit Arafat und Bushido. Manuellsen habe eigenen Angaben zufolge das Café von Arafat aufgesucht, um alle Konflikte mit seinen Berliner Gegnern aus der Welt zu räumen. Als Manuellsen Arafats Laden betrat, musste er feststellen, dass das Café mehr als gut gefüllt war mit Homies und Brüs von Bushido. Dabei ist Manuellsens legendärer Spruch “Lak, ich komm in dieses Café – FULL!” entstanden, der bis heute gerne zitiert wird. Damals erteilte Manuellsen Bushido und Fler auch indirekt NRW-Verbot und machte seine Hood zu für seine Kontrahenten. Als Manuellsen 2018 in einer Fragerunde gefragt wurde, ob Bu denn immer noch unter NRW-Verbot stehe, meinte Manuellsen allerdings, dass jeder doch hingehen solle, wohin er will. Jetzt haben Manuellsen und einige andere Rapper aber ein NRW- UND Frankfurt-Verbot für Flizzy ausgesprochen:

Fler bringt Rapper gegen sich auf

Seit dem Release von Flers neuem Album “Atlantis” ist die Situation extrem angespannt. Auf seinem Song “Mood” bezeichnet Fler sein ehemaliges Signing Jalil als ein “Slave” und bringt im Zuge dessen Django Unchained-Vergleiche. Mittlerweile haben sich einige Rapper mit Jalil solidarisiert und verurteilen Fler für seine Lines auf’s Schärfste, obwohl Fler in einem langen Interview mit “TV Strassensound” seine Zeilen erklärt und betont hat, dass er es nicht rassistisch gemeint habe. Diese Erklärung war für die meisten allerdings nicht ausreichend und auch kein Grund, Fler zu verzeihen. Wahrscheinlich auch, weil Fler im selben Interview fragt, warum er eine solche Line denn nicht rappen dürfe. Schwarze seien schließlich mal Sklaven gewesen. Mittlerweile haben Jalil, Bushido, Mortel, Bantu Nation, Manuellsen, Massiv, Sentino, Jigzaw, Sylabil Spill und Doezis gegen Flizzy geschossen und ihn für seine Aussagen kritisiert. Auch Ahmad Patron Miri hat sich kritisch zu Flers Zeilen geäußert.

15 Minuten Ansage – NRW UND Frankfurt zu!

Gestern kam es dann erneut zu einem Schlagabtausch zwischen Fler und Sentino. Außerdem musste ein Interview von Bantu Nation mit “TV Strassensound” abgesagt werden. Der Grund: Die Polizei soll sich eingeschaltet und das Interview verboten haben. Aber wie kann es überhaupt sein, dass die Polizei von diesem Interview weiß und sich einschaltet? Des von Bantu Nation und Manuellsens Lager schienen die Absage auf Fler zu schieben. Fler soll die Beamten informiert und das Interview dadurch torpediert haben. In seiner Ansage meinte Flizzy gestern außerdem, dass jeder dieser Rapper, die grad gegen ihn feuern, gerne zum 1 gegen 1 kommen können.

Gestern startete Manuellsen dann ein 15-minütigen Livestream, in dem auch Des von den Bantus und Twin zu sehen waren. Manuellsen und Co. sind in dem Livestream auf die ganze Kontroverse rund um Fler eingegangen und haben alle ihre Sicht der Dinge erklärt. Außerdem ist Manuellsen auch auf Vorwürfe eingegangen, dass er nicht loyal gegenüber Fler sei. Wie wir wissen, waren er und Flizzy vor Album-Release eng, haben sich sogar Brüder genannt und über ein Kollabo-Album nachgedacht. Das Ganze ging dann so weit, dass Fler offiziell NRW- und Frankfurt-Verbot erteilt wurde. Gut für Flizzy, dass er momentan dank Corona Morona sowieso nirgends hin kann. Manuellsen sagt über die ganze Sache:

“Guck mal, wenn die Leute heutzutage im Jahr 2020 immer noch nicht begriffen haben, dass manche Sachen hier einfach mit Sensibilität behandelt werden müssen, dann müssen sie sich im Nachhinein auch nicht wundern. Und ich bin es wirklich leid, darüber reden zu müssen und die Leute aufklären zu müssen. Das haben wir die letzten fünf Jahre gemacht ok? (…)

Wenn Leute heute immer noch in die gleiche Kerbe schlagen, wo Leute sich seit fünf Jahren drüber aufregen und sagen, guck mal, jetzt auf schwul gesagt: ‘Ey hör auf, das tut mir weh!’ Jetzt nix gegen Schwule an der Stelle, ne. Wenn die Leute immer wieder in die gleiche Kerbe schlagen,  dann müssen sie sich nicht wundern, wenn die Leute irgendwann anfangen, sich zu wehren. Und eine Sache ist hier ganz klar vorweg zu sagen: Die Rassismus-Karte wird nicht von den Schwarzen gezogen. Zumindest nicht von den Schwarzen, die ich kenne. Die Unterdrücker-Karte wird hier nicht gezogen von den Schwarzen, die ich kenne, weil die Schwarzen, die ich kenne, können nicht unterdrückt werden. Das erstmal vorweg. (…) Manche Leute hier haben mehr Knast gemacht, als die Leute Alben gemacht haben. Und die Leute haben kein Bock auf Streit. Aber sie können sich solche Respektlosigkeiten von manchen Gesangsartisten hier nicht mehr geben lassen. Und da steh ich vollkommen dahinter. 

Guck mal, wisst ihr, was das Ding dabei noch ist? Guck mal, die Leute werfen mir Unloyalität vor. Unloyalität ok, guck mal. Zu dem Zeitpunkt wo damals der erste Streit war, bei diesem Konzert Rapschwergewichte. Zu dem Zeitpunkt hat ein Kollege von dir da irgendwas über Afrikaner lustig gemacht, da war die Kacke doch auch am brennen. Da hab ich auf korrekt korrekt gemacht, hab ich den Bruder Des angerufen und ich hab gesagt: ‘Nein Bruder, lass mal fünf gerade sein, mach mal entspannt, mach mal locker.’ Ich hab das Ding für dich geklärt. Yani Gott ist oben und er ist mein Zeuge. So und dann krieg ich ein Jahr später eine Voice-Mail zugeschickt aus dieser Zeit, wo du sagst angeblich: ‘Der Manuell ist der Feuerleger und Manuell ist der Schwanz.’

Ich bin ein Schwanz? Ich hab dich doch live auch gefragt, du hast nicht mehr drauf geantwortet. Die Leute sind halt wirklich selber schuld auch dran. Und für die ganze Community: Nicht dass ihr denkt das ist einfach eine Ansammlung von Schläger-Typen. Nein! Die Leute sind emotional gekränkt. Sie sind gekränkt. Die Schwarzen sowohl auch die deutschen Brüder sind gekränkt dadurch, durch dein Verhalten. Die Deutschen identifizieren sich nicht mit dir. Null. Die Schwarzen diskreditierst du jedes Mal. 

Das Ding ist auch, jetzt wirst du wieder kommen: ‘Hat Bushido euch wieder instrumentalisiert’. Weil Bushido diese komische Nachricht geschrieben hat. Der ist genau der gleich Müll, genau der gleiche Müll.”

Manuellsen im Insta-Livestream

Die anderen, die mit Manuellsen im Livestream waren, sind auch auf Flers Ansage mit 1 gegen 1 eingegangen. So könne Fler jeden am Tisch für ein 1 gegen 1 auswählen, kein Problem. Sollte es allerdings auch diesmal nicht zum Kampf kommen und Fler nur labern, müsse er ihnen ein Video schicken, wo er tanzt und “Ein Männlein steht im Walde” singt. Ansonsten seien Frankfurt und NRW zu für Flizzy.

Fler rudert zurück

Auf Insta hat Fler sich nun mit einem langen Statement zu Wort gemeldet. Er schreibt:

“Wenn eine Gruppe von Leuten Dich als einzelnen unterdrückt bist du ein Opfer.
Wenn du danach zur Polizei rennst, weil Du alleine bist und sie in der Mehrzahl, bist auch wieder das Opfer…? Aber wenn du nicht zur Polizei gehst, kein Schutzgeld zahlen willst und deswegen natürlich auch keinen Rücken hast…
bist du das aller grösste Opfer!??? Wenn du Streetrap machst und sagst du hast ein schweres Leben ist alles fake und gelogen…?
Wenn du das selbe machst und Schutzgeld zahlst bist aufeinmal eine der Realste in der Szene…?”

Fler via Insta

Aber nicht nur das: Er räumt auch ein, dass er mit seiner Wortwahl gegenüber Jalil zu weit gegangen sei. Die Wortwahl bei dem Diss gegen sein ehemaliges Signing sei unangebracht und nicht feinfühlig gewesen. Das Wort Sklave im Zusammenhang mit Farbigen habe einfach einen zu bösen Beigeschmack aufgrund der Geschichte der Schwarzen. Deshalb habe er sich dazu entschlossen, die zweite Strophe von seinem Song “Mood” neu zu schreiben. Es würde 1000 andere Angriffsflächen bei Jalil geben, wo man ihn sportlich angreifen könne. Genau das gleiche hatte auch Jalil bei seinem langen Interview mit “TV Strassensound” gesagt. Rassismus habe auf “Atlantis” keinen Platz, so Fler. Bleibt jetzt abzuwarten, wie Manuellsen und Co. auf Flers Entschuldigung und Änderung seines Textes reagieren werden. Werden sie ihm jetzt verzeihen können? 

Das Titelbild von Fler ist von Katja Kuhl, das von Manuellsen von Kontakt High.

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