Kool Savas über den Beef mit Eko: “Ich habe angefangen, mir für alles Schlechte was dem passiert ist, die Schuld zu geben!”

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Sie galten als Deutschraps Dreamteam um die Jahrtausendwende. Dann kam der große Streit und somit auch der größte und legendärste Deutschrap-Beef, den wir bisher erleben durften. Und jeder Deutschrap-Fan weiß: Es gab wahrlich schon einige legendäre Beef-Geschichten zwischen Rappern. Keine dieser Beef-Storys hat es geschafft, den Beef zwischen dem King of Rap und seinem ehemaligen Zögling zu übertreffen. Eko Fresh war einst der selbsternannte größte Fan vom King of Rap, aber ihre Beziehung zueinander endete in gegenseitigen Diss-Tracks, die Legendenstatus erreichten. Vor allem “Das Urteil” von Savas. Die beiden lernten sich kennen, Savas schätzte Ekos Talent sehr und so kam es zur gemeinsamen Arbeit.

2001 war Eko bei Royal Bunker unter Vertrag und bekam bei seiner Debüt-EP “Jetzt kommen wir auf die Sachen” Hilfe von keiner Geringeren als Melbeatz. Ein Jahr später signte Eko dann bei Savas’ Optik Records und war somit offiziell beim King of Rap unter Vertrag. Die beiden releasten mehrere gemeinsame Sachen, bis Eko 2003 das Label plötzlich wieder verließ. Der Grund: Meinungsverschiedenheiten, die dazu führten, dass es am Ende ziemlich persönlich wurde und eskalierte. Ekos Vorwurf an Savas: Er wolle das Rampenlicht für sich alleine und würde andere Künstler auf seinem Label klein halten wollen. Savas’ Vorwurf an Eko: Er sei geld- und famegeil und undankbar. Kurz nach der Trennung war Eko dann bei BMG. In seiner Zeit dort arbeitete er auch sehr eng mit Valezka zusammen, die damals aber noch Teil von Savas Label Optik war. Das empfand Savas offenbar als Verrat. Gleichzeitig veröffentlichte Eko zusammen mit Valezka ein Schmuse-Album, was ihm den Spott seiner Rap-Kollegen einbrachte. 2004 dann der große Knall, der alles zum eskalieren brachte: Eko droppte aus dem Nichts seinen Track “Die Abrechnung”. Auf diesem teilte er gegen so einige Kollegen aus dem Rap-Game aus, aber in erster Linie gegen seinen ehemaligen Mentor und Freund Kool Savas.

Das Urteil

Der Song sorgte für so viel Aufmerksamkeit, sodass sogar EGJ und Aggro Berlin sich danach eingemischt und gegen Eko gefeuert haben. Am 14. März 2005 wurde der “German Dream” für Eko dann zu einem regelrechten Albtraum: Kool Savas droppte “Das Urteil” und rappte seinen ehemaligen Schützling Ekrem Bora 5,5 Minuten lang an die Wand. Mit dem Track schrieb Savas Deutschrap-Geschichte und legte die Messlatte für Disstracks um einiges höher. Fans warteten zu diesen Zeiten täglich gespannt vor der Glotze darauf, dass MTV TRL das dazugehörige legendäre Musikvideo wieder zeigt. Mittlerweile haben Eko und Savas sich aber ausgesprochen und es ist alles wieder Coco zwischen den einst verfeindeten Rappern. Kool Savas war jetzt bei den Kollegen von “BACKSPIN” zu Gast, um mit Niko über die Marke Kool Savas zu sprechen. Im Gespräch geht er auch erstmals ausführlich auf den Beef mit Eko und seinen epischen Disstrack gegen diesen ein und erklärt, dass dieser Streit ihn damals schon sehr mitgenommen habe. Er sagt:

“Der Ärger ist vergangen. In der Tat war das so, ‘Das Urteil’ war nochmal Wahnsinn, stimmt, da war ich auf einmal bei ‘MTV’ 20 Mal irgendwie ‘TRL’ und Goldene Tape und all diese Sperenzien, die die sich da ausgedacht haben. Aber ja, warum ich das vergessen habe, ist, weil mich das emotional zu mitgenommen hat. Ich mochte Eko ja immer noch so, im Herzen war der immer so ‘n kleiner Bruder. Insofern dieses ganze sich so angiften und Scheiße quatschen, weißt du so, ich fand das cool, dass ‘Das Urteil’ so gut angekommen ist und dass das funktioniert hat, aber ich fand’s auch gleichzeitig scheiße ne, gegen jemand zu kämpfen, den man eigentlich mag. Und so viel Hate auch zurück zu kriegen so. Irgendwann ist Eko irgendwie im Krankenhaus gewesen. Ich hab dann mir angefangen so für alles Schlechte was dem passiert ist, auch irgendwie so ein bisschen die Schuld zu geben, ne. Daher war das die Zeit, da blick ich gar nicht so gerne drauf zurück, dass ich sage ‘Wow, toll.'”

Niko spricht Savas dann darauf an, dass der Song gleichzeitig aber auch sehr stark dafür sorgte, dass die Marke Kool Savas enorm an Wert gestiegen ist. Savas gibt ihm was das angeht Recht: “Mit Sicherheit. Also diese Competition, die ist auch Ansporn. Also das hat mich ja auch angespornt und so, für mich war das klar: ‘Ich muss jetzt einen Song machen, der den vollkommen fertig macht.’ Hab dann auch wirklich hin und her überlegt. Ich hatte ja sogar zwei Songs am Anfang. Der eine war dann auch so mit einfach sinnlose Punchlines, so ‘n bisschen Blödsinn erzählen. Das habe ich dann auch weggelassen und hab das dann so auf das reduziert.” Beef allgemein sei Top-Marketing im Deutschrap. Wie schön, dass wenigstens ein großer Deutschrap-Beef mittlerweile ein für allemal beendet wurde. Hier seht ihr das Interview: 


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