Manuellsen: “Unser Codex ist Schweigen!”

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In den vergangenen Wochen gab es wieder etliche Beef-Schlagzeilen im Deutschrap. Und während es vor ein paar Jahren noch ganz normal war, sich gegenseitig zu dissen und Ansagen zu machen, hat sich auch was Beef betrifft, so einiges getan über die letzten Jahre. Früher, so schien es, wollten Rapper noch, dass Dramen und Streit öffentlich ausgetragen werden. Diss-Tracks, Aussagen in Interviews oder auf Instagram – es gibt etliche YouTube-Accounts oder Seiten, die jahrelang jede noch so kleine Auseinandersetzung und Streitereien unter Rappern im Detail dokumentiert haben. Weil Fans und auch Rapper Bock drauf hatten. Aber genau so wie wir es geschafft haben, mittlerweile fast 50 Prozent der Charts einzunehmen, so hat sich auch definitiv was in der Beef-Kultur im Deutschrap getan. 

“Hiphop.de” hat erst vor ein paar Tagen einen Artikel zum Thema veröffentlicht. Darin gibt Publisher Clark Senger seine Meinung zum Wandel wider und zeigt einen Auszug aus der Chronologie von deutschem Rap-Beef. Konflikte lohnen sich einfach nicht mehr, heißt es darin unter anderem. Echte Abneigung gibt es selbstverständlich auch weiterhin. Bei so einer ehrlichen Musikrichtung wie Rap wird es die wohl auch immer geben. Aber Rapper haben einfach kein Interesse mehr daran, ihre Streitereien öffentlich auszutragen. 

Peinlich

Weiter schreibt Clark Senger: “Man merkt aber immer häufiger, wie peinlich diese Geschichten den Protagonisten und den Fans werden. Bonez löscht nicht ohne Grund fast jeden Beitrag zum Thema innerhalb kürzester Zeit. Lange hatte er es sich gespart, wirklich auf Sticheleien einzugehen, und das erscheint wie der klügere Weg. Vor wenigen Jahren, als Facebook noch das wichtigste Social-Media-Portal war, entgegnete er Provokationen fast immer mit Positivität. (…) Natürlich gibt es sie auch heute noch: die radikalen Supporter, die die Konflikte ihrer Lieblingsrapper mit beneidenswertem Eifer in die Kommentarspalten auf Facebook, YouTube und Instagram tragen. Meist wirkt dieses Verhalten wie ein Relikt aus einem Land vor unserer Zeit.” Und: Am meisten Likes bekommt dennoch der ironische Kommentar, dass die verfeindeten Parteien in zwei Monaten ihr Kollabo-Album droppen, so Clark weiter.

Manuellsen spricht das letzte Wort

Der “König im Schatten” Manuellsen scheint das genauso zu sehen. Manuell hat einfach kein Bock mehr, dass Leute sich ständig in private Angelegenheiten einmischen und diese in den Newsspalten von Webseiten oder Kommentarspalten auf Instagram ausschlachten. Zumal genau dann oft genug Tatsachen verdreht werden und jeder seinen Senf dazu gibt und Dinge verfälscht weiter verbreitet. Für ihn ist das alles Kasperletheater und er macht in einem neuen Statement deutlich, dass er nicht irgendwelchen sensationsgeilen Menschen solch ein Kasperletheater liefern wird. Weil er ein erwachsener Mann und Familienvater ist, der seine Sachen gerade klärt und dem es in erster Linie einfach nur um seine geliebte Musik und Kunst geht. Manuellsen schrieb jetzt unter anderem zu dem Thema:

“Guckt mall, ich sag es euch das letzte Mal, dann ist auch Schluss, WIR sind keine Kinder, wir haben es nicht nötig vor euch ein Kasperletheater zu veranstalten. (…) Auch wenn es nicht immer ersichtlich für jeden Inet-User ist, keiner von uns ist aus auf Streit, Beef, Krieg oder Hass. Wir lieben Musik, so wie es sein soll, unser Codex ist Schweigen, 16-Jährige im Inet zu beeindrucken überlassen wir anderen.” Eine sehr erwachsene Ehrenmann-Haltung, die ebenfalls verdeutlicht, dass Beef im Deutschrap gestern war. Natürlich wird es auch wie gesagt in Zukunft Sticheleien geben. Rap ist wie bereits erwähnt das wohl ehrlichste und direkteste Musik-Genre wo gibt, aber diese Zeiten, wo so manche Personen oder Seiten eine ganze Karriere auf Beef und Dramen aufbauen konnten, scheinen vorbei zu sein. Hier Manuellsens komplettes Statement:

Foto: Manuellsen/Instagram

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