Mois rechnet mit Deutschrap ab: “Man hat keine Eier mehr – Jeder ist positiv. Jeder ist befreundet. Niemand traut sich mehr irgendwas zu dissen!”

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Am vergangenen Freitag hat gefühlt jeder Deutschrapper einen neuen Song released: Capi und Samra, Apache 207, Shirin David, Summer Cem und Lucio Loco, RAF, Mero, Fero oder Sido. Trotzdem hat ein Release die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Bushidos “Ronin”. Kein Wunder: Zuvor war Bu sieben Monate wie vom Erdboden verschluckt. Man hat nichts von ihm gehört und ihn auch nicht wirklich gesehen. Umso gespannter waren natürlich auch alle, was der EGJ-Boss uns auf seinem neuen Comeback-Song zu erzählen hat. In den vergangenen Monaten sind sowohl Bushido als auch seine Familie öfter in den Schlagzeilen gewesen. Es wurde viel über sie geredet, aber die eigentlich Betroffenen, nämlich Bushido selbst, haben kein Wort zu den Geschehnissen verloren. Jedenfalls ist Bushido wieder zurück in der Deutschrap-Szene und hat für den 20. Dezember auch sein neues Album CCN4 angekündigt. Seitdem scheint Deutschrap ein wenig gespalten zu sein: Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die Bushido nach wie vor als Rap-King sehen und sich darüber freuen, dass wir ihn und seine einzigartige Stimme und Musik zurück haben. Schließlich zählt er zu den Figuren, die Rap maßgeblich mitgeprägt haben. Auf der anderen Seite gibt es die Fraktion, die Bushido für seine Entscheidungen in den vergangenen Monaten hart kritisieren und sich von ihm distanziert haben. Aufgrund der ein oder anderen Entscheidung von Bu können sie ihn auch nicht mehr ernst nehmen, wie sie sagen.

Mois

Vor Kurzem hatte auch der Bre Mois sein Debüt im Deutschrap: Er verkündete, dass seine Keller GmbH ab jetzt auch als Musiklabel fungiert und droppte seine ersten beiden Singles “1991” und “Augen”. In einem Video erklärte er vor Kurzem auch, wieso er ins Rap-Game eingestiegen ist und angefangen hat, selber Musik zu machen. Wir berichteten. Auch bevor Mois selbst als Rapper durchgestartet ist, hatte er einen großen Bezug zu Rap. Es waren schon einige Rapper in seinen Formaten und irgendwie schafft er es immer wieder, diese auch für richtig verrückte und lustige Aktionen zu gewinnen. Selbst Sido ist verblüfft, was Rapper alles mit sich machen lassen, wenn sie in einem von Mois’ Videos sind. Und der Bre hat auch schon öfter Raptalk-Videos gemacht, in denen er auf Geschehnisse im Rap-Kosmos eingeht und seine Meinung dazu sagt. So wie jetzt auch zu Bushidos Comeback. Dieses Video nutzte Mois aber auch, um seine Einschätzung über die aktuelle Lage im Rap-Business wiederzugeben. Dabei rechnet er mit Deutschrap heutzutage ab. 

Abrechnung

“Musikalisch oder Raptechnisch kann man Bushido nichts sagen. Das ist die Rap-Stimme. Es ist einfach Deutschrap. Bushidos Stimme ist Deutschrap. Jeder, der sagt, dass es nicht so ist, ist ein Bastard. Er ist einfach Deutschrap. Er wird immer Deutschraps Vater bleiben, weil er der Erste war. Was daran nicht ändert, was er heute geworden ist. Alle anderen Rapper haben genau an diesem Tag released. Wenn du selber in dieser Musik drin bist, dann weißt du, wie du schaust wann du was released. Und die Regel Nummer 1 ist: Es gibt immer zwei starke Künstler in einer Woche und die sind immer bisschen nicht verfeindet, aber sie sind nicht gut aufeinander zu sprechen. Deshalb releasen sie und die anderen Künstler releasen an dem Tag nicht, weil sie sagen ‘OK, zuviel Hak geht dann verloren oder keine Ahnung, wir ficken dann seine Reichweite.’ (…) Als Bushido released hat und jetzt möchte ich Bushido damit nicht in Schutz nehmen oder so, aber ich möchte ehrlich sein: Selbst wenn ich ihn kritisiere, muss ich ja auch sagen, was die anderen sind ok. Bushido hat released und die meisten gönnen ihn nicht. Und da muss ich ihn in Schutz nehmen: Wieso gönnen sie ihn nicht? Weil sie sagen ‘Digga, er ist unter Polizeischutz’. Ihr seid selber die ganze Zeit unter Schutz von irgend welchen anderen Menschen, die ihr noch drauf bezahlt. Er bezahlt wenigstens für sein Schutz nicht. Die meisten Menschen, die ihn verarschen, sind kleine Penisse, die es nicht einmal schaffen, in die Tankstelle allein zu gehen. Die meisten von ihnen haben so kleine Eier, wie soll ich sagen, dass sie nicht einmal Eier haben, nach einer Reaction selber anzurufen. (…)

Und der letzte Punkt in dieser Szene, der mir auf die Eier geht, ist, dass man selber einfach gar keine Eier mehr hat. Jeder ist positiv. Jeder ist befreundet. Jeder gibt sich die Hand. Niemand traut sich mehr irgendwas zu dissen. Also ich mein jetzt nicht Bushido, sondern alle anderen. Jeder gibt sich Props und jeder ist Aufrufgesteuert, sowohl die Rapper, als auch die Community. Die Community, egal ob Bushido jetzt in der Öffentlichkeit eine Minderjährige vergewaltigt hätte oder sonst was, wäre er ein Ehrenmann, wenn er fünf Millionen Klicks hätte in 24 Stunden. (…) Das heißt, die neue Währung in dieser Zeit sind Aufrufe. Wenn du Aufrufe hast, kannst du dir erlauben was du willst. Man feiert nur das, was Reichweite hat. (…) Und das sind so gravierend Sachen, die ich in der Vergangenheit zu Deutschrap zu sagen hatte. Und am Ende des Tages ist diese Szene eine Fotze. Alle haben Angst vor einem Buhmann, alle haben Angst, ein Buhmann zu sein, ok. Und für mich ist Bushido kein Buhmann, nur weil er jetzt jeden entschlossen hat zu dissen. Er will einfach das letzte Mal noch bisschen Cash mitnehmen. Und in dieser Hinsicht versteh ich ihn auch.

Er wäre jetzt nicht der Buhmann, wenn es geklappt hätte, der Best Friend zu sein, wie er das bei Capital Bra und Samra damals versucht hat. Zu der Zeit war er cool mit jeden. In seiner Story sah man nur stabiler Mann, stabiler Mann, stabile Frau, … Da war er der Gutmensch, hat nicht geklappt und jetzt bisschen dissen, dies das. Letzter Versuch. Und in der Szene sind alle so jetzt: OK, hat er Aufrufe, ich bin sein Freund. Das fuckt mich auch ab. Niemand hat jetzt Bock seine Karriere zu beginnen und alle zu ficken, wie es früher üblich war. Und deshalb überlege ich mir die ganze Zeit, einfach alle anderen zu ficken. Weil am Ende des Tages sind es nicht mehr eure Freunde. Diese ganzen Rapper, sie machen heute Features und Alben und Kollabos, obwohl sie gegenseitig ihre Mütter beleidigt haben und sich hassen, wegen Para. Also wieso soll ich jetzt nett sein, hab ich mir überlegt, wenn die das ja nur wegen Reichweite tun. Also darf ich doch auch jeden ficken, nach zwei Jahren wieder befreundet sein, zusammen ein Foto machen und das bringt mir noch zusätzlich Hype ein. So funktioniert die Szene, Freunde!”

Auf jeden Fall mehr als deutliche Worte von Mois! Was sagt ihr dazu – 100 % Realtalk oder würdet ihr dem widersprechen? Ob Mois auf seinen nächsten Releases gegen paar Kollegen austeilt? Er hat schon öfter subtil angekündigt, dass es durchaus Disses von seiner Seite aus geben könnte. Wir sind gespannt! Hier seht ihr das Video:

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