Morddrohungen & Terror: Miami Yacine packt aus!

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Heute Nacht hat Miami Yacine sein brandneues Album “Welcome 2 Miami” gedroppt. Vor vier Jahren, 2016, hat seine Karriere mit einem Song begonnen, der Deutschrap und gleichzeitig sein eigenes Leben innerhalb von nur wenigen Tagen komplett verändert hat: “Kokaina”. Zu dem Zeitpunkt war Miami Yacine noch Schüler, wollte sein Abi nachholen. Aber dieser Track hat ihn plötzlich in die Charts katapultiert und ihn zum Rap-Superstar gemacht. “Kokaina” war nicht nur ein einschneidender Moment für Deutschrap und die Entwicklung seitdem, sondern auch für Miami Yacines eigenes Leben. Mit dem Erfolg kamen aber nicht nur positive Veränderungen und magic moments, sondern auch Leute, die ein Auge auf Yacine warfen (im negativen Sinne) und versuchten, ihm das Leben zur Hölle zu machen. Im neuen Interview mit Aria Nejati von “HIPHOP.de” spricht der Dresdner Rapper jetzt über die Entwicklungen seit seinem Über-Hit, wie er Azet und Co. von seiner KMN Gang kennengelernt hat und wie er sich nach seinem ersten großen Banger “Kokaina” gefühlt hat. 2019 brachte der KMN-Superstar seinen Track “Intro-Résumé” raus, auf dem er folgende Lines rappt:

“Freunde und Familie weinten um mich nach dem Überfall
Und der Kreis wurd immer kleiner, wusste, welche Brüder fall’n”

Miami Yacine auf “Intro-Résumé”

Alle, die Miami Yacine seit längerem verfolgen, wissen: 2017 musste ein Konzert der KMN Gang in Dortmund wegen Sicherheitsbedenken abgesagt werden. Zuna zufolge wollten einige Leute an dem Tag Yacine von seinem Auftritt abhalten – und das offenbar mit Gewalt. Zuna berichtete damals von einem Anschlag, bei dem sechs Maskierte Yacine auf offener Straße überfallen haben, nachdem sie ihn mit dem Auto anfuhren. Als mögliches Motiv nannte Zuna einzig und allein, dass Miami Yacine nicht auf der Bühne stehen sollte. Aber das war noch nicht alles: Bei der Polizei Dortmund soll es außerdem einen anonymen Anruf und die Drohung gegeben haben, dass Miami Yacines Konzert sonst gestürmt wird, sollte er es wagen aufzutreten. 

Yacine erzählt von Morddrohungen und Terror

Im Gespräch mit Aria spricht Miami Yacine jetzt auch offen über die Schattenseiten seit “Kokaina”. Laut ihm hat er sogar Morddrohungen bekommen und wurde terrorisiert. Ihm sei es bewusst gewesen, dass der Beruf des Straßenrappers solche Konsequenzen mit sich bringen kann. Gleichzeitig betont er auch, wie wichtig ein dickes Fell ist, wenn man diesen Job erfolgreich ausführen möchte. Er erzählt:

“Wie man wissen sollte, kommt nach jedem bergauf auch ein bergab. (…) Am Ende des Tages – Also ich sprech jetzt von mir: Ich bin jetzt nicht irgendwie hier der Mafia-Typ oder so ein Scheiß, aber ich bin von der Straße, Bruder. Ich bin zu 100 Prozent von der Straße und man muss sich halt auch gerade machen, weißte? Das ist für mich einfach… Gehört das dazu. Das passiert halt. Wenn ich das nicht gewollt hätte so, solche Sachen. Das kannst du natürlich generell nicht wollen, aber dann hätte ich vielleicht Pop machen müssen oder so. Das muss dir schon bewusst sein.

Bruder, du brauchst diese Psyche, viele haben diese Psyche gar nicht. Du wirst richtig terrorisiert, Bruder. Das ist kein Spaß – du kriegst wirklich Terror, wirklich richtig Terror. Morddrohungen über lange Zeiträume, Bruder, und ganz ganz viele andere Sachen noch. Und du musst dich wirklich fragen für dich so: ‘Ey man, Hält das meine Psyche aus, oder nicht?’ Egal, was für Leute du im Hintergrund hast, aber am Ende musst du dich selber gerade machen. Am Ende musst du auch selber in den Spiegel gucken und gucken, ob du mit dir im Reinen bist, Bruder. Ich kann von mir sagen, ich bin mit mir im Reinen. Hamdulillah, mir geht’s gut. Ich lebe, meiner Familie gehts gut. Was will ich mehr, Bruder?

Bis zu einem gewissen Grad war ich schon sehr blauäugig. Ich hab halt nicht gedacht, dass das einen selbst so trifft. Aber das gehört dazu, Bruder. Du musst da durch, weil wie gesagt: Ich hätte mich auch für einen anderen Weg entscheiden können.”

Miami Yacine gegenüber “HIPHOP.de”

Aria meint dann, dass viele auch einen Beef provozieren wollten und dass z.B. aus der Banger-Ecke und Farids Label ziemlich viel in Richtung KMN kam. Aria will deshalb wissen, wie Miami Yacine und Co. damit umgegangen sind, dass eines der größten Deutschrap-Camps so gegen sie gefeuert hat:

“Das Ding ist, für mich, ich kenn das halt nicht, dass man Leute angreift, die man nicht kennt persönlich. Für mich muss immer ein persönlicher Bezug da gewesen sein. Aber auf rein musikalischer Ebene kann ich auf sowas nicht… Das ist für mich nicht Rap. Es gehört schon dazu, battlen, sich zu messen und so. Aber das ist ja gar nicht der Fall. Wenn einer sich battlen will: Bruder, jederzeit! Auf musikalischer Ebene. Aber wenn’s dann wirklich anfängt, so ekel ekelhaft zu werden, dann hört’s auf. Ich hab den Leuten meiner Meinung nach auch immer wenig Angriffsfläche gegeben. (…) Für mich ist das einfach so: Ich kann kein Bezug zu Menschen herstellen, die ich nicht kenne, Bruder. Und das ist in jeglicher Hinsicht so für mich. (…) Ich konkurriere nicht mit irgendwelchen anderen Leuten. Ich arbeite an mir selbst. Das ist für mich wichtig.”

Miami Yacine gegenüber “HIPHOP.de”

Außerdem betont der Rapper, dass es ihm lieber wäre, wenn man sich gegenseitig mehr pushen würde, statt zu beefen. Am Ende des Tages würden in einem Beef alle Parteien verlieren, vor allem wenn man sich persönlich nicht mal kennt. Hier seht ihr das komplette Interview:


Das Titelfoto von Miami Yacine wurde von Niculai Constantinescu geschossen.

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