Politikerin fordert, dass Rap-Songs kontrolliert werden!

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Es gibt wahrscheinlich kein Musik-Genre, das so offen, ehrlich und direkt ist wie Rap. In der Regel nehmen unsere geliebten Rapper kein Blatt vor den Mund und feuern auch öfter mal unterhalb der Gürtellinie. Da in Deutschland zum Glück Meinungsfreiheit und künstlerische Freiheit groß geschrieben werden, gibt es in der Regel auch keine Probleme mit versauten und harten Texten. Aber in letzter Zeit hatten Rapper immer wieder Probleme und Zoff wegen ihren Lines. Kollegah z.B. wird seit dem Echo-Eklat 2018 nicht mehr in Ruhe gelassen und muss sich immer wieder mit schweren Anschuldigungen auseinandersetzen, dass seine Texte antisemitisch, frauenfeindlich oder homophob seien. Mittlerweile haben sich sogar Politiker zusammen getan und wollen die Auftritte vom Boss stoppen. Auch sein Rap-Kollege Bushido hat erst kürzlich einen jahrelangen Rechtsstreit verloren, sodass sein Album “Sonny Black” auch weiterhin auf dem Index bleibt. Immer mehr Rapper beklagen auf Insta, dass ihre Musikclips bei YouTube nur noch ab 18 sind. In einem Statement gab zuletzt Seyed an, dass sein Video zu “Für die Fam” sogar von den YouTube-Trends ausgeschlossen wurde, da sein kompletter Kanal als nicht familienfreundlich eingestuft wurde. Und als ob die Rapper nicht schon ohnehin genug Probleme hätten, fordert jetzt eine Politikerin auch noch, dass zukünftig ALLE Rap-Songs kontrolliert werden:

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Früher war sie als Bundesjustizministerin tätig, heute ist sie Antisemitismus-Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen. In einem Interview mit “BILD” spricht sie jetzt über Antisemitismus in Deutschland und wird von der Zeitung auch gefragt, welche Rolle Rap bei der Verbreitung antisemitischer Gedanken denn spielt. Sie antwortet:

“Ich halte diese Szene und vor allem den Gangsta-Rap für sehr gefährlich. Denn die oft antisemitischen oder homophoben Songs erreichen meist junge Menschen von zwölf bis 18 Jahren. Haben sich diese Inhalte erst einmal in den Köpfen festgesetzt, distanziert man sich auch nicht mehr so schnell von dieser Szene. So sickern antisemitische Gedanken aus den Kopfhörern und Musik-Boxen immer weiter in die Gesellschaft ein.”

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Interview mit “BILD”

Die “BILD” meint dann, dass es bei Filmen ja die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) gibt. Sowas in der Art will die FDP-Politikerin jetzt offenbar auch für Rap-Mucke einführen:

“Die gibt‘s zwar bei Filmen und Computerspielen, im Fall der Musik aber nicht. Ich denke allerdings, dass wir so etwas unbedingt brauchen und möchte 2020 für NRW eine Studie beauftragen, mit der die Wirkung des Antisemitismus im Rap auf junge Menschen erforscht wird, wie er sich festsetzt und was man dagegen tun kann. Und dann brauchen wir unbedingt Formen der Selbstkontrolle – auch in der Musik.”

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Interview mit “BILD”

Ob daraus tatsächlich was wird, bleibt noch abzuwarten … Was haltet ihr von der Idee?

Das Titelfoto von Leutheusser-Schnarrenberger ist von Sabine_leutheusser-schnarrenberger.JPG: Arian Kriesch Akrieschderivative work: Emdee [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

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