“Ufo361, wie ernst hast du es mit deinem Karriere-Ende gemeint?”

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Im Juli 2018 entsetzte Ufo361 uns mit einem absolut überraschenden Statement auf Insta. Darin gab er bekannt, seine Rap-Karriere nach seinem Album “VVS” an den Nagel hängen zu wollen. Jeder, der Ufo verfolgt, weiß, was für ein krasses Arbeitstier er ist: Seit 2016 hat der Berliner drei Mixtapes gedroppt, releaste mit “VVS” sein zweites Album innerhalb von nur vier Monaten! Sein LP-Debüt “808” schaffte es sogar an die Spitze der Album-Charts in Deutschland und Österreich. Umso schockierender diese Ankündigung. In einem langen Statement schrieb Ufo damals seine Frustration darüber nieder, dass alle immer nur seinen alten Stil zurück wollen: “Habe das Gefühl, in Deutschland darf man kein Künstler sein, sondern muss Regeln folgen”, so der “Stay High”-Boss. Außerdem brauche er Zeit für sich und seine Familie. 

Im November vergangenen Jahres hat Ufo dann unter dem Motto “R.I.P. Ufo361” sein vorerst letztes Konzert gegeben. Um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen, sind Fans komplett in Schwarz gekleidet zu Ufos letztem Auftritt erschienen und haben Plakate mit der Aufschrift “Stay High bis zum Tod” hochgehalten. Am Ende gab es noch Andeutungen, dass Ufo361 als “Kaiser” zurückkehren könnte. Ufo war zuvor schon in Videos als Kaiser zu sehen und nannte sich zu diesem Zeitpunkt auch auf Insta schon seit einer Weile so. Aber der Kaiser ließ sich erstmal nicht blicken. Ufo hielt sein Wort und ist zunächst für eine Weile untergetaucht. Auf Insta hat man gar nichts mehr von ihm mitbekommen. Am 17. März 2019 dann plötzlich das große Comeback: Ufo veröffentlichte mit “Pass auf wen du liebst” den bisher wohl emotionalsten Song seiner Karriere! Am 22. März haute er dann auf Insta ein langes Statement zu seinem plötzlichen Untertauchen raus und erklärte seinen Fans u.a.:

“Es war nie in meiner Absicht meine Fans zu täuschen oder zu verarschen. Ich war an einem Punkt angelangt an dem ich das Gefühl hatte nicht mehr frei in meiner Kunst zu sein. Zu viele Menschen dachten sie können mich und meine Musik schlecht machen und mir die Freude an meiner Arbeit nehmen. Mal ganz abgesehen von dem privaten Chaos das in dieser Zeit auf mich zukam war es die ganze negative Energie die mich komplett abgeturnt hat vom Musik machen. Ich hab mich aus dem ganzen Instagram-Zirkus zurückgezogen, nach Ewigkeiten Urlaub gemacht der nichts mit Videodrehs oder Studiosessions zu tun hatte und neue Kraft getankt bis ich gemerkt habe, dass ich ohne die Musik nicht leben kann und mich nicht von Hatern beeinflussen lassen kann.”

Aria Nejati

Jetzt wo Ufo361 sein neues Meisterwerk und zweites Nummer 1-Album “WAVE” gedroppt hat, war er bei den Kollegen von “HIPHOP.de” zu Gast und hatte einen langen Talk mit Aria Nejati. Die beiden sprechen über den Arbeitsprozess von “WAVE”, was Ufo inspiriert hat, die Platte zu machen und wieso sich das mit den Delfinen so durchzieht, wie es für Ufo war, mit Future zusammenzuarbeiten, Data Luv, Ufos Graffiti-Zeit, wieso Ufo jetzt andere Mucke macht als “der alte Ufo” und wie er mit dem Hate und Nichtgönnern deshalb umgeht und auch über Ufos Auszeit. Aria will wissen, wie ernst es Ufo mit seinem Karriere-Ende war. Ufo antwortet:

“Boah, mir war schon irgendwie klar, dass ich nicht aufhör. Aber ich hab’s irgendwie trotzdem gebraucht. Also selbst so mir selber einzureden, ich hatte aufgehört, hat mir irgendwie so das Gefühl gegeben, ‘OK, du hast jetzt ‘ne Auszeit für dich genommen.’ In der Zeit habe ich dann an ‘WAVE’ gearbeitet sozusagen. Also war jetzt nicht wirklich ‘ne Auszeit, war eher so ‘n, wie soll ich sagen, Alter, Unterbewusstsein, kann man das sagen? Eher so ‘n Ding wo ich halt selber für mich gedacht hab: OK, ich nenn das jetzt einfach so, Rest in Peace.’ Ich hab’s auch so bisschen künstlerisch gesehen. Im Sinne von so, dass einfach was Neues passiert. So, und allein, dass dann die Leute irgendwie im schwarzen Dress zum Konzert kommen, so wie keine Ahnung KIZ irgendwie Partys machen und Konzerte, wo alle als Frau verkleidet kommen. Macht ja in der Deutschrap-Szene nicht wirklich jemand so. Von daher dachte ich, ist auch ein cooles Stilmittel und so. Keine Ahnung, zu der Zeit war ja auch dieses XXX-Ding. Kurz nachdem ich das gemacht hab, hat irgendwie Rich the Kid auch Rest in Peace irgendwas angekündigt. Irgendwie war das so ‘ne Art, ich will nicht Trend sagen, aber irgendwie schon so: Ja ich bin tot, ich lebe, lebe ich, bin ich tot? Und bla. Hab das einfach so für mich gedacht: ‘OK, nehm ich mit, Bro. Macht Spaß, die Leute so bisschen zu entertainen und gleichzeitig mich bisschen zurückziehen zu können aus wenigstens so was diese ganze Social Network-Geschichte betrifft.”

Musik habe er in dieser Zeit weniger gemacht. Zwar immer wieder Skizzen und sowas am Handy, aber: “War eher auch so ‘n privates Ding auch. Privat war bei mir auch viel los. Dann bin ich auch weggeflogen, nach Mauritius. Das hat mich so krass inspiriert. Da ist auch die ganze Idee für ‘WAVE’ entstanden.” Falls ihr wissen wollt, was genau der Auslöser für die Idee für “WAVE” war und wenn ihr auch so Fan von ihm seid, gönnt euch dieses Interview auf jeden Fall:

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