Wegen Antisemitismus-Vorwürfen: Kollegah darf Konzert nicht spielen!

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Der Boss der Bosse musste sich in der Vergangenheit schon mit allen möglichen Vorwürfen und Anschuldigungen auseinandersetzen. Einer davon: Seine Texte seien zum Teil antisemitisch. Kollegah ist genau wie Farid Bang für seine begnadeten Punchlines bekannt, sie gehören einfach zu ihm genau wie sein Bizeps. Allerdings scheinen genau diese so einigen Menschen da draußen ein Dorn im Auge zu sein: 2018 z.B. waren Kolle und Farid für ihr gemeinsames Album JBG3 u.a. in der Kategorie “Album des Jahres” für den Echo nominiert. Den Preis für die Kategorie “HipHop/Urban National” haben die beiden sogar gewonnen. Daraufhin folgte ein Eklat, da auf dem Album Lines wie “Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen” oder “Mache wieder mal ’nen Holocaust, komm an mit dem Molotow” zu hören sind. Die Einen bezeichnen es als Kunst, erinnern an die künstlerische Freiheit und sind OK damit. Schließlich quatschen Rapper in ihren Texten auch oft vom “Mütter ficken” und ziehen nicht durch’s Land und ficken alle Mütter. Oder davon, dass sie irgend einem Kontrahenten den Gar ausmachen, aber ihr Gegner lebt auch heute noch munter und fröhlich weiter. Aber Manche sind auch der Auffassung, dass solche Texte antisemitisch seien. Die Empörung war jedenfalls groß und viele Musiker haben ihren Echo-Preis sogar zurückgegeben, nachdem der Boss und Farid gewonnen haben. Am Ende ging diese Debatte sogar so weit, dass der Echo abgeschafft wurde.

Vorwürfe

Aber nicht nur wegen seinen Texten gibt es schwere Anschuldigungen gegen Kollegah: In der Vergangenheit gab es vom Boss auch öfter Videos zu Machtstrukturen in unserer Welt. Kollegah ist dafür bekannt, dass er Dinge hinterfragt und gewisse Strukturen auf unserer Welt kritisiert. Während es Menschen gibt, die der Meinung sind, dass er sich lediglich kritisch mit den Dingen, die um ihn herum geschehen auseinandersetzt und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, gibt es eben auch Menschen, die das als Antisemitismus auffassen. Oder ihm deshalb direkt Verschwörungstheorien vorwerfen. Leon Lovelock z.B. hat sich auch schon öfter mit diesen Themen auseinandergesetzt. Auch ihm wurden direkt krude Verschwörungstheorien vorgeworfen. Meist liest man in Mainstream-Medien darüber. Kollegah jedenfalls hat sich immer wieder von diesen Vorwürfen distanziert und klargestellt, dass er es nicht antisemtisch meint und auch kein Antisemit ist. “Für mich macht Rassismus oder jegliche Form von Diskriminierung einer Menschengruppe aufgrund von Ethnie, Hautfarbe, Religion oder sonstigen Eigenschaften überhaupt gar keinen Sinn”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur: “In meiner Welt sind Rassismus und Antisemitismus so was von absurd. Das geht komplett gegen mein Verständnis von der Welt.” Nur mal so: Kollegah hat schon mit Rappern wie Sun Diego zusammengearbeitet, der selbst jüdisch ist. Würde ein wahrer Antisemit das tun? Kollegah hat auch schon mit Rappern wie Farid oder Ali As gearbeitet. Würde ein Rassist das tun?! Würden seine Kollegen Sunny, Ali und Farid weiter mit Kolle zusammen arbeiten, wenn er ein Rassist oder Antisemit wäre? 

Konzert abgesagt

Am 7. November startet Kollegahs große “Monument”-Tour. Im Zuge dieser hätte der Boss eigentlich auch am 9. November in Rastatt auftreten sollen. Aber daraus wird jetzt erstmal nichts, wie diverse Medien berichten. Denn die Stadt Rastatt soll den anstehenden Auftritt nun abgesagt haben. Der Grund: Das Datum des geplanten Auftritts. Am 9. November 1938 steckten Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht Synagogen in Brand, zerstörten jüdische Geschäfte und attackierten Juden. Deshalb könne die Stadt Rastatt an diesem Tag keinen Künstler auftreten lassen, der wiederholt mit antisemitischen Texten aufgefallen sei, heißt es. Die Mehrheit im Gemeinderat Rastatt soll dafür gestimmt haben, das Konzert abzusagen. In einem Statement vom Oberbürgermeister und CDU-Mitglied Hans Jürgen Pütsch heißt es: “Wir alle sind gefordert, hier ein klares Zeichen zu setzen. Denn als aufrechte Demokraten tragen wir Verantwortung, das Erinnern an die Gräueltaten des Naziregimes am 9. November hochzuhalten. Und wir sind ebenso gefordert, Vorbild zu sein und dem entgegenzutreten, was unser Festredner am 3. Oktober, Professor Di Fabio, ‘Verwahrlosung der Gesellschaft’ genannt hat. Und zu dieser Verwahrlosung gehört auch die Verrohung der Sprache, die dieser Künstler in seinen Texten zum Ausruck bringt. Dafür sollte es in Rastatt keinen Platz geben.”

Kollegah

Der Düsseldorfer hat sich auch schon zu dem ganzen Vorfall via Insta-Story geäußert. Verständlicherweise bedauert er diese Entscheidung sehr und zeigte sich auch etwas geknickt. Schließlich hatten er und seine Community sich auf einen unvergesslichen Abend gefreut. Hier seht ihr es: 

FOTO: KOLLEGAH/INSTAGRAM

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